Du weißt eigentlich, was du essen möchtest. Und greifst trotzdem wieder zu etwas anderem.
Vielleicht fehlt dir nicht das Wissen über Ernährung. Vielleicht erfüllt Essen in bestimmten Momenten einfach noch eine ganz andere Funktion.
Nach einem stressigen Tag. Beim Fernsehen. Wenn du dich belohnen möchtest. Wenn dir langweilig ist. Wenn du traurig, angespannt oder einfach völlig erledigt bist. Und manchmal bemerkst du erst hinterher: Eigentlich ging es gerade gar nicht nur um Hunger.
Hier geht es nicht um Diätpläne oder garantierte Gewichtsabnahme. Im Mittelpunkt stehen psychische und emotionale Faktoren, die dein Essverhalten beeinflussen können.
Essen kann satt machen. Aber manchmal soll es noch etwas anderes erledigen.
Beruhigen. Belohnen. Ablenken. trösten. beschäftigen. einen anstrengenden Tag beenden.
Genau deshalb reicht reines Ernährungswissen nicht immer aus.
Du kannst sehr genau wissen, was du eigentlich vorhattest. Und trotzdem entsteht in einem bestimmten Moment ein völlig anderer Impuls.
Das macht dich nicht automatisch willensschwach.
Vielleicht hat dein System einfach gelernt: „In diesem Zustand hilft Essen.“
Essen kann Teil eines gelernten Regulationsmusters werden. Nicht jedes Essen ist emotional. Aber wenn bestimmte Zustände zuverlässig zu bestimmten Essimpulsen führen, lohnt sich ein genauerer Blick.
Nicht jeder Griff zum Essen beginnt mit körperlichem Hunger.
Manchmal entsteht ein Essimpuls in Verbindung mit Emotionen, Situationen, Ritualen oder sehr vertrauten Gewohnheiten.
Stressessen
Ein anstrengender Tag endet – und Essen wird zum schnellsten Weg, kurz herunterzufahren.
Belohnungsessen
„Heute war genug.“ „Das habe ich verdient.“ Essen markiert den angenehmen Teil des Tages.
Trostessen
Traurigkeit, Einsamkeit, Frust oder Enttäuschung sollen für einen Moment weniger spürbar werden.
Langeweile
Nicht unbedingt Hunger – sondern der Wunsch nach Reiz, Beschäftigung oder etwas Angenehmem.
Gewohnheitsessen
Fernsehen, Autofahren, Feierabend oder bestimmte Uhrzeiten sind fest mit Essen verbunden.
Essen nach Verzicht
Strenge Regeln, Verbote und ständige Kontrolle können Essen zusätzlich mit Druck aufladen.
Ein Verhalten wird besonders stark, wenn es zuverlässig etwas für uns tut.
Stell dir vor, du kommst angespannt nach Hause.
Du isst etwas, das du magst.
Für einen Moment verändert sich dein Zustand. Geschmack. Beschäftigung. Belohnung. Entspannung.
Dein System erlebt: „Ah. Das hilft gerade.“
Passiert das oft genug, kann aus einer einzelnen Erfahrung ein sehr vertrauter Ablauf werden.
Dein Essverhalten entsteht nicht jeden Abend neu. Dein System greift auf das zurück, was es gelernt hat.
Erfahrungen prägen. Auch im Umgang mit Essen. Situationen, Emotionen, Beziehungen, Rituale und bestimmte innere Zustände können sich mit Essen verbinden.
Essen bekommt Bedeutung, weil es in einem bestimmten Moment etwas bewirkt.
Vielleicht gab es Süßes als Trost. Essen als Belohnung. gemeinsame Mahlzeiten als sicheren Moment. Essen gegen Langeweile. Essen nach Stress.
Vielleicht wurde auch gelernt: „Iss auf.“ „Verschwende nichts.“ „Süßes gibt es, wenn du brav bist.“ „Jetzt haben wir uns etwas verdient.“
Aus vielen kleinen Erfahrungen kann ein ziemlich stabiles inneres Muster entstehen.
Heute weißt du vielleicht längst, dass Essen nicht jede Emotion lösen kann.
Du kennst Ernährung. Du kennst deine Vorsätze. Du weißt, was du eigentlich möchtest.
Wird aber ein vertrauter Zustand aktiviert, steht das alte Muster sehr schnell wieder bereit.
Dein erwachsener Verstand sagt: „Eigentlich brauche ich das gerade nicht.“ Und etwas in dir sagt: „Aber genau so machen wir das doch immer.“
Nicht jeder Essimpuls muss sofort eine Entscheidung werden.
Ein wichtiger Teil kann darin liegen, wieder genauer wahrzunehmen:
Was passiert gerade? Habe ich körperlichen Hunger? Oder bin ich angespannt? müde? gelangweilt? frustriert? traurig?
Das bedeutet nicht, echten Hunger wegzudiskutieren.
Und es bedeutet auch nicht, bestimmte Lebensmittel zu moralisch „guten“ oder „schlechten“ Lebensmitteln zu machen.
Es geht um etwas anderes: wieder mehr Wahl zwischen Impuls und Handlung zu bekommen.
Was passiert gerade wirklich?
Oft beginnt der Griff zum Essen lange vor dem Kühlschrank.
Automatisches Essverhalten kann wie ein schneller, vertrauter Ablauf funktionieren. Je besser du diesen Ablauf erkennst, desto interessanter wird die Stelle, an der neue Reaktionen möglich werden können.
Trigger
Stress, Feierabend, Fernsehen, Frust, Langeweile oder eine bestimmte Uhrzeit.
Zustand
Anspannung, Erschöpfung, Leere oder der Wunsch nach etwas Angenehmem.
Impuls
„Jetzt etwas Süßes.“ „Nur eine Kleinigkeit.“ „Heute ist auch egal.“
Kurzfristige Wirkung
Genuss, Ablenkung, Ruhe, Beschäftigung oder Belohnung.
Lernen
Das System merkt: „Das hat den Zustand kurz verändert.“
Ich hypnotisiere dir keine Lebensmittel weg.
Und ich möchte dir auch nicht suggerieren, dass Schokolade, Pizza oder irgendein anderes Lebensmittel plötzlich schlecht schmecken muss.
Das wäre für mich viel zu oberflächlich.
Mich interessiert: Was passiert vor dem Essimpuls? Welcher Zustand ist da? Welche Funktion erfüllt Essen? Was wurde damit gelernt?
Gibt es Situationen oder frühere Erfahrungen, in denen genau dieser Zusammenhang entstanden ist?
Hypnose kann einen fokussierten Zugang zu Gefühlen, Körperwahrnehmungen, Bildern, inneren Anteilen, Erinnerungen und automatischen Reaktionen ermöglichen.
Je nach Situation können Hypnose, Regression, Inneres-Kind-Arbeit, Anteiltherapie und andere Elemente meiner Arbeitsweise miteinander verbunden werden.
Mögliche Bausteine meiner Arbeit
Klaus Schütz
Heilpraktiker für Psychotherapie
Hypnotherapeut & Ausbilder
Frankfurt am Main
Ich möchte nicht deinen nächsten Kampf gegen Essen organisieren.
Viele Menschen, die mit ihrem Essverhalten unzufrieden sind, haben bereits erstaunlich viel ausprobiert.
Pläne. Regeln. Verbote. Apps. Vorsätze. Disziplin.
Und danach kommt häufig noch etwas dazu: Schuld. Frust. Selbstkritik.
Genau diesen Kreislauf möchte ich nicht einfach mit einer neuen Methode fortsetzen.
Mich interessiert, was dein Verhalten bisher für dich getan hat.
Bei Essstörungen braucht es einen entsprechend spezialisierten Behandlungsrahmen.
Diese Seite richtet sich an Menschen, die psychische und emotionale Muster hinter ihrem Essverhalten besser verstehen möchten.
Sie ist nicht als Versprechen gedacht, eine diagnostizierte Essstörung allein mit Hypnose zu behandeln.
Bei Verdacht auf Anorexie, Bulimie, Binge-Eating-Störung oder eine andere behandlungsbedürftige Essstörung sollte eine entsprechend spezialisierte medizinische und psychotherapeutische Abklärung erfolgen.
Das gilt auch, wenn Essen wiederholt mit starkem Kontrollverlust, Erbrechen, kompensatorischem Verhalten, ausgeprägter Nahrungsrestriktion, deutlichen körperlichen Folgen oder einem sehr hohen Leidensdruck verbunden ist.
Körpergewicht und Essverhalten können außerdem durch körperliche Erkrankungen, Medikamente, hormonelle und andere medizinische Faktoren beeinflusst werden.
Deshalb ersetzt meine psychotherapeutische Arbeit keine notwendige ärztliche Diagnostik, Ernährungsmedizin oder spezialisierte Behandlung.