Wenn du funktionierst. Aber dich selbst kaum noch erreichst.
Depression ist mehr als „schlecht drauf sein“. Sie kann sich anfühlen, als würde das Leben weiterlaufen – nur du kommst innerlich kaum noch hinterher.
Vielleicht fehlt dir Energie. Vielleicht fühlt sich alles schwer, leer oder weit entfernt an. Vielleicht weißt du sogar, was eigentlich gut für dich wäre – und bekommst trotzdem keinen inneren Zugriff darauf. Genau dieser Unterschied zwischen Wissen und Erleben ist ein zentraler Teil meiner Arbeit.
Das Vorgespräch dient Anamnese und Zielklärung und ist noch keine Hypnosetherapie-Sitzung. Bei schweren oder akuten depressiven Zuständen kann eine ärztliche oder psychiatrische Mitbehandlung erforderlich sein.
Manchmal ist nicht das Wissen verschwunden. Sondern der Zugang zu dem Gefühl, dass dieses Wissen noch etwas bedeutet.
Du kannst wissen, dass Menschen dich mögen. Und dich trotzdem wertlos fühlen.
Du kannst wissen, dass dein Leben Möglichkeiten enthält. Und trotzdem keine Hoffnung spüren.
Du kannst wissen, dass Bewegung, Kontakte oder Struktur dir wahrscheinlich guttun würden. Und trotzdem fühlt sich bereits der erste Schritt unendlich schwer an.
Das ist für mich kein Beweis dafür, dass ein Mensch „zu wenig will“. Es zeigt vielmehr, wie weit Denken, Fühlen und innerer Zustand zeitweise auseinanderliegen können.
Genau dieser Unterschied zwischen dem Wissen von heute und dem Erleben eines früher gelernten Zustands spielt in meiner therapeutischen Arbeit eine zentrale Rolle.
Nicht jeder depressive Zustand fühlt sich gleich an.
Manche Menschen erleben vor allem Leere. Andere Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung, starke Selbstkritik oder das Gefühl, vom eigenen Leben immer weiter wegzurutschen.
Innere Leere
Nicht unbedingt starke Traurigkeit – manchmal eher das Gefühl, kaum noch etwas wirklich erreichen zu können.
Antrieb & Erschöpfung
Selbst normale Aufgaben können sich plötzlich unverhältnismäßig schwer anfühlen.
Rückzug
Kontakte, Gespräche oder Nähe können zunehmend Kraft kosten.
Selbstabwertung
Innere Urteile können sich immer weniger wie Gedanken und immer mehr wie Fakten anfühlen.
Hoffnungslosigkeit
Die Zukunft wird durch den aktuellen Zustand betrachtet – und wirkt dadurch manchmal genauso schwer wie die Gegenwart.
Nur noch funktionieren
Nach außen läuft vieles weiter. Innen fühlt sich der Mensch gleichzeitig immer weiter von sich entfernt.
Erfahrungen prägen. Und dein inneres System lernt daraus.
Ich arbeite mit der Annahme, dass viele unserer automatischen emotionalen Reaktionen, inneren Regeln und Schutzstrategien durch Erfahrungen geprägt werden. Was ein Mensch erlebt, kann beeinflussen, wie er später denkt, fühlt und auf bestimmte Situationen reagiert.
Dein System lernt aus dem, was tatsächlich erlebt wird.
Vielleicht gab es Überforderung. Verlust. Ablehnung. Dauerhaften Druck. Ohnmacht. Einsamkeit. Das Gefühl, nicht zu genügen oder keine Wahl zu haben.
Ein Mensch verarbeitet solche Erfahrungen mit den Möglichkeiten, dem Wissen und den emotionalen Ressourcen, die damals zur Verfügung stehen.
Daraus können innere Schlussfolgerungen und Reaktionsmuster entstehen: „Ich bin nicht wichtig.“ „Ich schaffe das nicht.“ „Es hat sowieso keinen Sinn.“ „Ich muss einfach funktionieren.“
Dein Leben ist heute anders. Aber ein getriggerter Zustand weiß das nicht automatisch.
Du bist älter. Du hast mehr Erfahrung. Mehr Möglichkeiten. Andere Menschen um dich. Vielleicht sogar längst verstanden, was damals passiert ist.
Wird jedoch ein früher geprägtes Muster aktiviert, kann sich der Zustand so anfühlen, als würden weiterhin die Bedingungen von damals gelten.
Genau deshalb kann dein erwachsener Verstand sagen: „Heute ist es anders.“ Und etwas in dir reagiert trotzdem, als wäre es das nicht.
Nicht jeder harte Gedanke hat heute angefangen.
Bestimmte innere Sätze tauchen nicht zufällig immer wieder auf.
Sie können mit Erfahrungen, Beziehungen, Erwartungen und Schlussfolgerungen zusammenhängen, die ein Mensch irgendwann über sich selbst, andere Menschen oder das Leben gelernt hat.
Wird ein entsprechender Zustand aktiviert, wirken diese Sätze häufig nicht wie Erinnerungen an eine alte Sichtweise. Sie fühlen sich an wie die Wahrheit von heute.
Genau deshalb reicht ein rationales „Das stimmt doch gar nicht“ manchmal nicht aus.
Wir diskutieren nicht nur mit dem Zustand. Wir arbeiten mit ihm.
Hypnose ermöglicht es, Aufmerksamkeit stärker auf innere Wahrnehmungen, Gefühle, Bilder, Erinnerungen und Zustände zu richten.
Wenn sich dabei ein relevantes früheres Muster zeigt, interessiert mich nicht nur, was damals passiert ist.
Mich interessiert: Was hat dein System damals gelernt? Welche Bedeutung bekam die Erfahrung? Was glaubte, fühlte oder brauchte dieser Teil von dir? Und was weißt beziehungsweise kannst du heute, was damals noch nicht verfügbar war?
Genau hier können Regression, Innere-Kind-Arbeit, Anteiltherapie und andere Elemente meiner zustandsbasierten Arbeit miteinander verbunden werden.
Mögliche Bausteine meiner Arbeit
Klaus Schütz
Heilpraktiker für Psychotherapie
Hypnotherapeut & Ausbilder
Frankfurt am Main
Ich möchte wissen, was hinter deinem Zustand passiert. Nicht nur, wie wir ihn möglichst schnell wegdrücken.
Depression ist kein Thema, bei dem ich dir mit ein paar motivierenden Sätzen erklären möchte, dass du nur anders denken musst.
Wenn ein Mensch innerlich tief in einem bestimmten Zustand steckt, nehme ich diesen Zustand ernst.
Gleichzeitig behandle ich das aktuelle Erleben nicht automatisch als unveränderliche Wahrheit über dich oder deine Zukunft.
Depression ist ernst. Und sie lässt sich nicht auf eine einzige Ursache reduzieren.
Mein therapeutisches Arbeitsmodell legt einen starken Fokus auf Erfahrungen, Lernprozesse, emotionale Zustände und daraus entstandene Muster.
Gleichzeitig können depressive Erkrankungen von unterschiedlichen psychischen, sozialen, körperlichen und biologischen Faktoren beeinflusst werden.
Deshalb kann – abhängig von Schweregrad, Verlauf, körperlichen Beschwerden, Medikamenten, Vorerkrankungen oder anderen Faktoren – zusätzlich eine ärztliche beziehungsweise psychiatrische Diagnostik oder Behandlung erforderlich sein.
Hypnosetherapie steht für mich deshalb nicht gegen Medizin. Entscheidend ist, welcher Behandlungsrahmen für den jeweiligen Menschen verantwortungsvoll ist.
Wenn es gerade nicht um einen normalen Praxistermin geht.
Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung, konkreten Suizidgedanken mit unmittelbarer Gefahr oder einer anderen akuten psychiatrischen beziehungsweise medizinischen Notfallsituation ist eine reguläre Terminbuchung in meiner Praxis nicht der richtige Versorgungsweg.
In einer unmittelbar lebensbedrohlichen Situation wende dich bitte an den Notruf 112. Für dringende ärztliche Hilfe außerhalb regulärer Praxiszeiten steht außerdem 116117 zur Verfügung. Die TelefonSeelsorge ist zudem rund um die Uhr erreichbar.