Ein Mensch fehlt. Und trotzdem läuft die Welt einfach weiter.
Termine finden statt. Menschen lachen. Autos fahren. Nachrichten kommen. Und du denkst vielleicht: Wie kann alles so normal sein, wenn für mich gerade nichts mehr normal ist?
Verlust kann das eigene Leben für eine Zeit völlig neu sortieren. Trauer kann laut sein. Still. Wütend. leer. voller Sehnsucht. Oder so widersprüchlich, dass du selbst nicht weißt, was du eigentlich fühlen sollst.
Trauer ist zunächst eine menschliche Reaktion auf Verlust und nicht automatisch eine psychische Erkrankung. Psychotherapeutische Begleitung kann sinnvoll sein, wenn die Belastung sehr stark ist, lange anhält oder das Leben erheblich einschränkt.
Vielleicht weinst du. Vielleicht kannst du nicht. Vielleicht funktionierst du erstaunlich gut.
Und vielleicht fragst du dich genau deshalb, ob mit dir etwas nicht stimmt.
Der eine Mensch möchte ständig erzählen. Ein anderer möchte gerade überhaupt nicht sprechen.
Manche brauchen Nähe. Andere Rückzug. Manche erinnern sich gern. Andere halten Erinnerungen eine Zeit lang kaum aus.
Trauer folgt nicht automatisch einer festen Reihenfolge.
Und sie lässt sich nicht sinnvoll daran messen, ob du „schon weiter“ sein müsstest.
Wer einen Menschen, eine Beziehung, ein Lebensmodell oder einen wichtigen Teil seiner bisherigen Welt verliert, verliert nicht einfach irgendeine Sache. Das eigene Leben muss sich neu orientieren.
Nicht alles, was zu Trauer gehört, sieht traurig aus.
Trauer kann emotional, körperlich, gedanklich und im Verhalten spürbar werden. Und unterschiedliche Reaktionen können sich sogar innerhalb eines einzigen Tages abwechseln.
Sehnsucht
Dieser Wunsch, die Person noch einmal sehen, hören oder berühren zu können.
Leere
Nicht immer kommen Tränen. Manche Menschen erleben zunächst eher Distanz oder emotionale Taubheit.
Wut
Auf das Leben. Auf andere. Auf sich selbst. Manchmal sogar auf die verstorbene Person.
Schuld
Gedanken darüber, was man anders hätte sagen, tun oder verhindern sollen.
Funktionieren
Alltag, Familie und Organisation laufen weiter – manchmal lange, bevor Gefühle überhaupt Raum bekommen.
Erschöpfung
Trauer kann unglaublich viel Kraft kosten, selbst wenn nach außen kaum etwas davon sichtbar ist.
Manchmal ist es nicht nur das Fehlen. Sondern alles, was nicht mehr passieren konnte.
Ein Gespräch. Eine Entschuldigung. Eine Frage. Ein Abschied. Ein Satz, den du eigentlich noch sagen wolltest.
Vielleicht gab es auch Konflikte in der Beziehung. Ambivalenz. Wut. Enttäuschung.
Und jetzt ist die Möglichkeit verschwunden, das im Außen noch einmal miteinander zu klären.
Genau solche offenen Themen können emotional sehr belastend sein.
Nicht, weil du „falsch trauerst“. Sondern weil eine Beziehung selten nur aus schönen Erinnerungen besteht.
etwas sagen, fragen oder erklären wollen.
Schuld oder rückblickende Selbstvorwürfe.
Der Kopf sucht eine Erklärung, die es vielleicht nicht gibt.
Neue Lebensfreude kann sich plötzlich wie Untreue anfühlen.
Genau das muss nicht dasselbe sein.
Die Erinnerung gehört zu deinem Leben. Aber ein ausgelöster Zustand kann sich anfühlen, als wäre der Verlust gerade erst passiert.
Erinnerungen sind nicht nur Fakten. Mit ihnen können Bilder, Gerüche, Orte, Körperreaktionen, Gefühle und Bedeutungen verbunden sein. Wird davon etwas aktiviert, kann ein damaliger emotionaler Zustand plötzlich wieder sehr nah sein.
Der Moment, in dem plötzlich etwas nicht mehr so war wie vorher.
Vielleicht kam der Verlust unerwartet. Vielleicht nach langer Krankheit. Vielleicht warst du dabei. Vielleicht konntest du dich nicht verabschieden.
Vielleicht gab es Schock, Ohnmacht, Wut, Schuld oder völlige Leere.
In diesem Zustand existiert zunächst nur: „Dieser Mensch ist weg.“ „Das kann nicht sein.“ „Wie soll es jetzt weitergehen?“
Der Verlust ist Teil deiner Geschichte geworden. Und dein Leben hat seitdem weiter stattgefunden.
Vielleicht sind Monate oder Jahre vergangen. Du hast Dinge erlebt. Entscheidungen getroffen. Menschen kennengelernt. dich verändert.
Und trotzdem kann ein Lied, ein Jahrestag, ein Geruch oder ein bestimmter Ort plötzlich einen Zustand aktivieren, der sich wieder ganz nach damals anfühlt.
Nicht weil du „noch nicht weit genug“ bist. Sondern weil Erinnerung und Gefühl eng miteinander verbunden sein können.
Du musst einen Menschen nicht aus deinem Herzen entfernen, um dein eigenes Leben weiterzuführen.
Genau deshalb mag ich bei Trauer den Begriff „loslassen“ nur bedingt.
Denn was soll eigentlich losgelassen werden? Der Mensch? Die Liebe? Die Erinnerung?
Vielleicht geht es gar nicht darum.
Vielleicht geht es darum, dass sich die Form der Verbindung verändert.
Der Mensch kann Teil deiner Geschichte bleiben. Die Erinnerung darf bleiben. Die Bedeutung darf bleiben.
Und gleichzeitig darf dein eigenes Leben wieder größer werden.
Verbunden bleiben und weiterleben.
Auch etwas, das noch existiert, kann für dein Leben verloren gegangen sein.
Trauer kann entstehen, wenn etwas Bedeutendes nicht mehr so weiterbesteht, wie es einmal war. Auch dann darf die Reaktion ernst genommen werden.
Tod eines Menschen
Ein Partner, Familienmitglied, Freund oder anderer wichtiger Mensch fehlt.
Trennung
Nicht nur ein Mensch, sondern auch gemeinsame Zukunft, Alltag und Vorstellungen können verloren gehen.
Ein altes Leben endet
Krankheit, Umzug, berufliche Veränderung oder andere Einschnitte können Abschied erfordern.
Eine Rolle fällt weg
Manchmal trauern wir auch um einen Lebensentwurf, eine Aufgabe oder die Vorstellung, wer wir einmal sein wollten.
Hypnose soll Trauer nicht wegmachen.
Genau das wäre für mich auch nicht das Ziel.
Wenn ein Mensch Bedeutung hatte, darf sein Verlust etwas in dir auslösen.
Therapeutisch interessant wird, was dich heute besonders belastet.
Vielleicht sind es Schuldgefühle. Offene Gespräche. Bilder. Erinnerungen. Wut. Angst. Das Gefühl, nicht weitergehen zu dürfen. Oder die Sorge, mit neuer Lebensfreude den verstorbenen Menschen irgendwie zu verraten.
Hypnose kann einen fokussierten Zugang zu innerem Erleben, Erinnerungen, Gefühlen, Körperreaktionen und inneren Anteilen ermöglichen.
Je nach Situation können Hypnose, imaginative Arbeit, Regression, Inneres-Kind-Arbeit, Anteiltherapie und andere Elemente meiner Arbeitsweise miteinander verbunden werden.
Mögliche Bausteine meiner Arbeit
Klaus Schütz
Heilpraktiker für Psychotherapie
Hypnotherapeut & Ausbilder
Frankfurt am Main
Ich werde dir nicht erklären, wann du fertig getrauert haben solltest.
Und ich werde einen wichtigen Menschen nicht zu etwas erklären, das du endlich „loslassen“ musst.
Mich interessiert, wie der Verlust heute in deinem Leben weiterwirkt.
Was fehlt? Was schmerzt? Was macht dir Schuld? Was durfte nie gesagt werden? Was möchtest du behalten?
Und vielleicht irgendwann auch: Was darf neben der Trauer wieder Platz bekommen?
Aber manchmal wird aus einer menschlichen Trauerreaktion ein sehr hoher Leidensdruck.
Trauer kann lange dauern und in Wellen verlaufen, ohne deshalb automatisch krankhaft zu sein.
Psychotherapeutische Unterstützung kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn die Belastung über längere Zeit sehr stark bleibt, der Alltag erheblich eingeschränkt ist oder andere psychische Beschwerden hinzukommen.
Dazu können beispielsweise ausgeprägte depressive Symptome, starke Angst, traumatische Belastungsreaktionen, massive Schuldgefühle oder sozialer Rückzug gehören.
Bei akuter Suizidalität, psychotischen Symptomen oder anderen akuten psychiatrischen Krisen kann eine ärztliche, psychiatrische beziehungsweise entsprechend spezialisierte Behandlung erforderlich sein.
Bei unmittelbarer Selbst- oder Fremdgefährdung ist eine reguläre Terminbuchung in meiner Praxis nicht der richtige Versorgungsweg.