Kinder können etwas, das Erwachsene oft erst wieder lernen müssen. Sich völlig auf eine innere Welt einzulassen.
Spielen. Rollen erfinden. Geschichten erleben. Bilder im Kopf entstehen lassen. Für Kinder ist das nichts Besonderes. Es gehört zu ihrem Alltag.
Genau deshalb arbeite ich mit Kindern und Jugendlichen nicht wie mit kleinen Erwachsenen. Kinderhypnose darf lebendig sein. Sie darf spielerisch sein. Sie darf mit Fantasie, Figuren, Geschichten, Rollen und inneren Bildern arbeiten. Und trotzdem kann dabei therapeutisch sehr ernsthafte Arbeit stattfinden.
Kinder- und Jugendbehandlungen biete ich ab 8 Jahren bis einschließlich 17 Jahre an. Für diese Altersgruppe gilt ein eigener reduzierter Kinder-/Jugendtarif.
Ein Kind muss nicht alles erklären können, damit etwas in ihm verstanden werden kann.
Erwachsene versuchen häufig, Probleme zunächst über Sprache, Analyse und logisches Verstehen zu lösen.
Kinder erleben vieles unmittelbarer. Ein Gefühl kann ein Monster sein. Mut kann eine Superkraft bekommen. Ein sicherer Ort kann plötzlich direkt vor dem inneren Auge entstehen.
Genau das mag ich an der Arbeit mit Kindern: Wir müssen ihre innere Welt nicht zuerst in Erwachsenensprache übersetzen.
Wir können mit dieser Welt arbeiten.
Und das reicht. Wir müssen nicht zuerst zehn Fachbegriffe dafür finden, bevor wir gemeinsam schauen können, was dieses Gefühl braucht und wie das Kind es innerlich erlebt.
Wenn ein Kind spielt, übt es ständig innere Zustände.
Kinder spielen Held, Ärztin, Fußballstar, Monster, Lehrerin, Superheld oder irgendeine Figur, die fünf Minuten vorher noch gar nicht existiert hat. Und währenddessen verändert sich ihr Erleben. Haltung. Gefühl. Aufmerksamkeit. Vorstellung. Genau darin liegt therapeutisch etwas sehr Wertvolles.
Rollen verändern Zustände
Ein schüchternes Kind kann in einer Rolle plötzlich mutig, laut und entschlossen sein.
Bilder erzeugen Gefühle
Eine vorgestellte Situation kann Sicherheit, Spannung, Mut oder Erleichterung auslösen.
Geschichten schaffen Abstand
Manchmal lässt sich etwas leichter über eine Figur oder Geschichte betrachten als direkt über „mein Problem“.
Neues kann erlebt werden
Nicht nur darüber reden, wie Mut aussehen könnte. Sondern innerlich einen mutigeren Zustand erleben.
Kinder lernen nicht nur Mathe und Rechtschreibung. Sie lernen auch, wie sich die Welt anfühlt.
In meinem therapeutischen Arbeitsmodell spielt Lernen durch Erfahrung eine zentrale Rolle. Kinder machen Erfahrungen. Und aus diesen Erfahrungen entstehen Erwartungen, Gefühle, Bedeutungen und Reaktionsweisen.
Ein alter Zustand hat nicht automatisch das Wissen von heute.
Genau darin liegt für mich ein zentraler Schlüssel zustandsbasierter Arbeit.
Eine Erfahrung wird mit den Möglichkeiten dieses Alters verarbeitet.
Ein Kind verfügt nicht über das Wissen, die Lebenserfahrung und die Handlungsmöglichkeiten eines Erwachsenen.
Was damals passiert, wird deshalb mit dem damaligen Verständnis eingeordnet.
Daraus können sehr nachvollziehbare innere Regeln entstehen: „Ich darf keinen Fehler machen.“ „Das ist gefährlich.“ „Ich muss aufpassen.“ „Mit mir stimmt etwas nicht.“
Der Mensch hat sich entwickelt. Das alte Muster wird aber nicht automatisch mit aktualisiert.
Das Kind oder der Jugendliche hat heute vielleicht andere Möglichkeiten, andere Menschen und längst neue Erfahrungen.
Wird ein früher gelerntes Muster jedoch getriggert, kann die Reaktion mit der Logik, dem Gefühl und den Möglichkeiten von damals auftauchen.
Genau dort möchte ich nicht nur sagen: „Du brauchst keine Angst zu haben.“ Sondern mit dem Zustand selbst arbeiten.
Wenn ein Verhalten Schwierigkeiten macht, interessiert mich auch, was darunter passiert.
Kinder zeigen Belastungen nicht immer durch lange Gespräche. Manchmal zeigen sie sie durch Verhalten, Rückzug, Angst, Anspannung, Wut oder Unsicherheit.
Ängste & Unsicherheiten
Wenn bestimmte Situationen, Vorstellungen oder Erwartungen starken inneren Alarm auslösen.
Schule & Prüfungen
Leistungsdruck, Prüfungsangst, Blockaden oder starke innere Anspannung.
Selbstvertrauen
Wenn ein Kind sich selbst wenig zutraut oder sich schnell als „nicht gut genug“ erlebt.
Innere Unruhe
Wenn Abschalten, Entspannen oder zur Ruhe kommen schwerfällt.
Rückzug & belastende Gefühle
Wenn sich ein Kind zunehmend zurückzieht oder mit Gefühlen schwer umgehen kann.
Festgefahrene Muster
Wenn ein Kind selbst sagt: „Ich will das gar nicht mehr machen – aber irgendwie passiert es trotzdem.“
Keine steife Hypnosesitzung. Keine Erwachsenenwelt in Kindergröße.
Ich möchte, dass ein Kind die Arbeit verstehen und mitgestalten kann.
Deshalb darf eine Sitzung je nach Kind ganz unterschiedlich aussehen. Manchmal arbeiten wir mit Geschichten. Manchmal mit Bildern. Manchmal bekommt ein Gefühl eine Form, eine Farbe oder sogar eine Stimme.
Wir können Rollen wechseln. Eine Figur fragen. Einen inneren Helfer erfinden. Einen starken Zustand ausprobieren. Oder einer früheren Situation mit neuen Möglichkeiten begegnen.
Entscheidend ist nicht, ob es von außen spektakulär nach „Hypnose“ aussieht. Entscheidend ist, was das Kind innerlich erlebt.
Mögliche Elemente einer Sitzung
Eltern sind wichtig. Aber das Kind ist nicht das „Problem“, das repariert werden muss.
Wenn ein Kind Schwierigkeiten zeigt, entsteht verständlicherweise schnell der Wunsch: „Bitte mach, dass das weggeht.“
Für mich ist interessanter: Was erlebt das Kind? Wann passiert es? Was könnte sein System gelernt haben? Und was braucht es heute?
Wie Eltern oder andere Bezugspersonen sinnvoll in den Prozess einbezogen werden, klären wir abhängig von Alter, Anliegen und Situation individuell.
Klaus Schütz
Heilpraktiker für Psychotherapie
Hypnotherapeut & Ausbilder
Frankfurt am Main
Mit Kindern darf Therapie auch mal Spaß machen.
Ein therapeutischer Prozess wird nicht automatisch wertvoller, nur weil alle Beteiligten möglichst ernst schauen.
Gerade mit Kindern darf gelacht, ausprobiert, erfunden und gespielt werden.
Und manchmal passiert genau mitten in diesem Spiel etwas sehr Ernsthaftes: Ein Kind erlebt sich plötzlich anders. Mutiger. Sicherer. Stärker. Oder einfach weniger ausgeliefert.
Nicht jedes Verhalten ist automatisch ein Hypnosethema.
Kinder und Jugendliche befinden sich körperlich, emotional und sozial in Entwicklung. Auffälligkeiten, Beschwerden oder deutliche Veränderungen können sehr unterschiedliche Gründe haben.
Deshalb ist es mir wichtig, nicht vorschnell jedes Verhalten auf eine einzelne psychische Ursache zu reduzieren.
Wenn körperliche, entwicklungsbezogene, kinder- und jugendpsychiatrische oder andere fachliche Fragen abgeklärt werden sollten, kann eine entsprechende Untersuchung vor oder begleitend zur therapeutischen Arbeit sinnvoll sein.
Mein Schwerpunkt liegt auf dem psychotherapeutischen Arbeiten mit innerem Erleben, emotionalen Zuständen und gelernten Reaktionsmustern.