Eigentlich ist gerade Ruhe. Nur in dir hat offenbar niemand Feierabend.
Der Termin ist vorbei. Die Arbeit erledigt. Das Handy liegt weg. Und trotzdem läuft dein System weiter.
Gedanken springen von einem Thema zum nächsten. Der Kiefer bleibt fest. Die Schultern oben. Du bist müde, aber nicht ruhig. Selbst freie Zeit wird schnell wieder gefüllt. Und wenn tatsächlich nichts zu tun ist, fühlt sich das manchmal fast unangenehmer an als der Stress selbst.
Anhaltende innere Unruhe, starke Erschöpfung oder körperliche Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben und sollten bei Bedarf medizinisch beziehungsweise psychotherapeutisch eingeordnet werden.
Du kannst auf dem Sofa liegen und trotzdem innerlich rennen.
Genau das wird bei Stress häufig unterschätzt.
Ruhe im Außen bedeutet nicht automatisch Ruhe im inneren Erleben.
Vielleicht ist gerade tatsächlich nichts Dringendes. Und trotzdem kontrolliert dein Kopf bereits morgen. Übermorgen. Das Gespräch von gestern. Die Nachricht, die noch beantwortet werden muss.
Vielleicht merkst du sogar: Sobald du versuchst, wirklich nichts zu tun, entsteht Unruhe.
Dann stellt sich für mich eine wichtige Frage: Was hat dein System eigentlich gelernt, wofür dieser dauernde Funktionsmodus gut ist?
Äußere Entlastung kann wichtig sein. Wenn jedoch ein gelerntes Muster aus Kontrolle, Verantwortung, Leistung oder Wachsamkeit mitläuft, verschwindet es nicht automatisch mit einem freien Nachmittag.
Stress kann sehr unterschiedlich aussehen.
Nicht jeder Mensch reagiert gleich. Manche werden hektisch. Andere besonders kontrolliert. Manche gereizt. Andere funktionieren weiter, bis kaum noch Kraft übrig ist.
Gedankenkreisen
Themen werden wieder und wieder geprüft, ohne dass dadurch wirklich Ruhe entsteht.
Körperliche Anspannung
Kiefer, Schultern, Nacken oder der gesamte Körper bleiben unter Spannung.
Schlafprobleme
Der Tag ist vorbei, aber die innere Aktivität läuft weiter.
Gereiztheit
Wenn Reserven sinken, reichen irgendwann kleine Dinge, um viel auszulösen.
Erschöpfung
Selbst Ruhephasen fühlen sich nicht wirklich erholsam an.
Dauerndes Funktionieren
Weitermachen klappt. Nur das Aufhören wird immer schwieriger.
Irgendwann stresst nicht mehr nur das Leben. Sondern auch der Versuch, alles im Griff zu behalten.
Stress ist kein immer gleicher Ablauf. Aber Kontrolle, Anspannung, Erschöpfung und noch mehr Kontrolle können sich gegenseitig verstärken.
Belastung
Arbeit, Familie, Konflikte, Verantwortung oder innere Themen fordern Aufmerksamkeit.
Kontrolle
Der Kopf versucht, noch besser zu planen, vorauszudenken und Fehler zu verhindern.
Anspannung
Körper und inneres Erleben bleiben immer stärker im Funktionsmodus.
Erschöpfung
Konzentration, Geduld und Belastbarkeit nehmen ab.
Noch mehr Kontrolle
„Ich muss mich noch besser organisieren.“ Und der Kreislauf beginnt erneut.
Vielleicht hat dein System sehr gut gelernt zu funktionieren. Nur das Aufhören hat ihm niemand beigebracht.
Ich betrachte Stress nicht ausschließlich als Reaktion auf äußere Anforderungen. Mich interessiert auch, welche Erfahrungen innere Regeln, Erwartungen, Wachsamkeit, Kontrolle und Funktionsmuster geprägt haben.
Funktionieren kann einmal ziemlich sinnvoll gewesen sein.
Vielleicht gab es früh viel Verantwortung. Leistungsdruck. Unsicherheit. Konflikte. Krankheit. emotionale Belastung. Oder Situationen, in denen du gelernt hast, dass Kontrolle wichtig ist.
Vielleicht entstehen Regeln wie: „Ich muss aufpassen.“ „Ich darf nichts vergessen.“ „Ich muss funktionieren.“ „Ich darf niemanden enttäuschen.“
Und vielleicht hat genau dieser Zustand damals geholfen, irgendwie durchzukommen.
Heute ist vielleicht gar nicht mehr alles so gefährlich, dringend oder unkontrollierbar.
Du kannst delegieren. Nein sagen. Pause machen. Entscheidungen treffen. Dinge auch morgen erledigen.
Dein erwachsener Verstand weiß das möglicherweise längst.
Wird aber der alte Funktionszustand aktiviert, reagiert er weiterhin: „Weitermachen.“ „Kontrollieren.“ „Noch schnell erledigen.“ „Bloß nicht nachlassen.“
Manchmal ist Ruhe nicht sofort angenehm.
Das klingt zunächst widersprüchlich.
Wenn ein Mensch jedoch sehr lange im Funktionsmodus lebt, kann Aktivität zum vertrauten Zustand werden.
Ruhe bedeutet dann plötzlich: weniger Ablenkung. weniger Kontrolle. mehr Wahrnehmung. mehr Raum für Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen.
Manche Menschen greifen deshalb fast automatisch wieder zum Handy, beginnen aufzuräumen, planen etwas oder suchen die nächste Aufgabe.
Nicht unbedingt, weil sie keine Ruhe wollen.
Sondern weil Aktivität vertrauter sein kann als Nichtstun.
Aus Pause wird direkt die nächste Aufgabe.
Ruhe bekommt eine negative Bedeutung.
Der innere Antreiber findet zuverlässig noch etwas Wichtiges.
Jetzt wird auch die Unruhe selbst wieder kontrolliert.
Und schon wird selbst Entspannung zur nächsten Leistung.
Hypnose ist für mich keine 90-minütige Wellness-Pause.
Natürlich kann Trance als angenehm und entspannend erlebt werden.
Aber wenn dein eigentliches Muster lautet: „Ich muss ständig funktionieren“, reicht es mir nicht, dich einmal möglichst tief entspannen zu lassen.
Mich interessiert: Was passiert, wenn du Kontrolle abgibst? Was löst Ruhe aus? Welche innere Regel treibt dich weiter? Was befürchtet dein System, wenn du nachlässt?
Und gibt es Erfahrungen, in denen genau dieses Muster einmal gelernt wurde?
Je nach Situation können Hypnose, Regression, Inneres-Kind-Arbeit, Anteiltherapie und andere Elemente meiner Arbeitsweise miteinander verbunden werden.
Mögliche Bausteine meiner Arbeit
Klaus Schütz
Heilpraktiker für Psychotherapie
Hypnotherapeut & Ausbilder
Frankfurt am Main
Ich möchte dir nicht noch eine Aufgabe geben, die du perfekt erledigen musst.
Gerade Menschen, die viel funktionieren, machen häufig auch aus Entspannung wieder ein Projekt.
Meditation richtig machen. Atemtechnik richtig machen. Sport machen. Handy weg. früher schlafen. gesünder essen. mehr Pausen.
Alles sinnvoll. Und plötzlich steht auf der ohnehin schon vollen Liste zusätzlich: „Besser entspannen.“
Genau das möchte ich nicht reproduzieren.
Anhaltende Unruhe und Erschöpfung sollten sinnvoll eingeordnet werden.
Innere Unruhe, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, Herzklopfen, Erschöpfung oder körperliche Anspannung können im Zusammenhang mit psychischer Belastung stehen.
Ähnliche Beschwerden können jedoch auch andere psychische, körperliche oder medikamentöse Ursachen haben.
Bei neu auftretenden, ausgeprägten, ungewöhnlichen oder medizinisch ungeklärten Beschwerden kann deshalb eine ärztliche Abklärung sinnvoll beziehungsweise erforderlich sein.
Auch starke Erschöpfung ist nicht automatisch einfach „Burnout“. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben, die sauber betrachtet werden sollten.
Bei schweren depressiven Zuständen, akuter Suizidalität, psychotischen Symptomen oder anderen akuten psychiatrischen Krisen kann eine ärztliche, psychiatrische oder entsprechend spezialisierte Behandlung erforderlich sein.
Bei unmittelbarer Selbst- oder Fremdgefährdung ist eine reguläre Terminbuchung in meiner Praxis nicht der richtige Versorgungsweg.